ERG Wohnheim Columban

Hinaus aus dem Schulhaus - hinein in die Stiftung Columban in Urnäsch – ERG Schule konkret

 

Kurz vor den Sommerferien stand in der Schulagenda einer Mittelstufenlerngruppe «wir bringen die CHF 440.-- Spendengeld vom Seniorennachmittag persönlich zu den Bewohnerinnen und Bewohnern des Wohnheims Columban in Urnäsch». Der Leiter, Herr Garbini empfing die Kinder zusammen mit Erna Gschwend-Stäger vor dem Hauteingang und schon sassen alle gespannt in einem Kreis und hörten den Ausführungen zu. Aus ersten Begegnungen mit Bewohnern entstanden die ersten Fragen und Rückmeldungen. Einfühlsam und wertschätzend berichtete Herr Garbini über den Wohnheimcampus, die Entstehung sowie über die Aktivitäten und Lebensgewohnheiten der Bewohner und Bewohnerinnen. Die 50 Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen, viele davon Autisten, leben in 6 Wohneinheiten, jeder hat sein eigenes persönlich eingerichtetes Zimmer, die Freizeit verbringen sie in der Regel gemeinsam. So begegneten wir auf dem Weg zu einem Wohnhaus einer fröhlichen Gruppe, die im Naturweiher das sommerliche Baden genoss. Mario begrüsste laut und herzlich alle Gäste; eine andere Bewohnerin lud Nora zum Schwimmen im Teich ein. Die Erzählungen des Heimleiters erlebten wir plötzlich hautnah.  

Das Thema Menschen mit Behinderungen hatte ein Viertklässler initiiert und die anderen Mittelstufenkinder liessen sich dann in Kleingruppen auf die Bereiche Autismus und Trisomie 21 ein. Das Plakat „Was muss ich wissen zu Autismus“ im Eingangsbereich des Schulhauses ist dabei entstanden. Während dem sehr eindrücklichen Besuch in der Stiftung Columban brauchte es immer wieder erklärende Worte der Erwachsenen, waren die Beeinträchtigungen der Menschen doch sehr neu und ungewohnt. Offen und interessiert begegneten die Schülerinnen und Schüler den Menschen im Columban und versuchten sich mit diesen Herausforderungen der täglichen Arbeit auseinanderzusetzen. Asya meinte mit leuchtenden Augen «Ich kann mir gut vorstellen, mit behinderten Menschen zu arbeiten.» Derweil ein anderer Schüler klar sagt, «diese Arbeit kann ich mir nie und nimmer vorstellen.» Mit ihrem Einsatz damals am Häggenschwiler Seniorennachmittag eröffnete sich eine neue Welt. Dieser Freitagnachmittag wird einigen Kindern in Erinnerung bleiben.

Der Spendenbeitrag CHF 440.-- wird in die laufende Sanierung der Wohnhäuser investiert; genauer in eine behindertengerechte Badewanne, welche die Kinder vor Ort staunend betrachten konnten. Herzlichen Dank an die Spenderinnen vom Seniorennachmittag - Sie haben den Kindern eine wichtige Tür geöffnet.

Text und Fotos: Maya Boppart - war als Schulleiterin mit dabei